Heute ist es ungewöhnlich, dass ein Land einen so großen Teil seiner männlichen Bevölkerung militärisch ausbildet. Viele Staaten verlassen sich vor allem auf kleinere Berufsarmeen, weil Massenwehrdienst politischen Konsens, dauerhafte Finanzierung und eine Kultur verlangt, die Staatsbürgerschaft mit Verteidigungspflichten verbindet.
Finnland hat sich anders entschieden. Mit relativ kleiner Bevölkerung, langer Grenze zu Russland und einem Verteidigungsmodell, das auf räumliche Widerstandsfähigkeit setzt, gilt eine breite Reserve als Tiefe, die eine kleine stehende Truppe allein nicht schaffen könnte.
Offizielle finnische Stellen beschreiben die Verteidigungsfähigkeit als gestützt auf allgemeine Wehrpflicht, eine ausgebildete Reserve und einen starken Verteidigungswillen. Das Ergebnis ist keine erbliche Kriegerkaste im alten Sinn, sondern eine Gesellschaft, in der militärische Fähigkeit weit verteilt bleibt.